Das Land verweigert beim Roll-Out ….was tun?

Die Warenwirtschafts-Systemeinführung ist in der Zentrale geplant worden, der Mini-Pilot wurde “ganz ok” produktiv gesetzt. Das erste “echte” Land war dann schon viel besser. Und nun…..

Ja, nun ist der erste “große” Standort dran. Und dessen Manager, der bisher ein großer Befürworter des Roll-out Projekts war, taktiert sich nun von einer Produktivstart-Terminverschiebung zur nächsten.

Was ist da los?

Ich kann ja nur vermuten, was in anderer Leute Kopf so vorgeht. Also vermute ich mal:

  1. Die Produktivsetzung aller Standort-Teile mit jeweils kompletter Logistik-Kette ist schon eine extrem komplexe Veranstaltung.
  2. Wenn da was schief geht, hat es Konsequenzen.
  3. Also…wäre es ja besser, wenn ich, der Landes-Manager, nicht dafür verantwortlich wäre.
  4. Äußere ich nun weiter ernste “fachliche” Bedenken und verlange Verschiebung, wird ja sicher Jemand aus der Zentrale diese Sache mit einem Termin für mich (gegen meinen “fachlichen” Widerstand natürlich) fixieren.
  5. Dann wird produktiv gesetzt und ich bin nicht für Misserfolge verantwortlich, ich habe ja davor gewarnt.
  6. Der “Zentralist” bekommt den Druck, wenn es klemmt, und ich bin der “Retter”, der den Schaden behebt. Gut für mich.

Wie kommt der Zentralist hinter dem Roll-Out aus der Nummer ‘raus und bekommt die Mitarbeit des Landes so wie man da in so einem Projekt braucht?

Mir fällt da nur eins ein: Dem Landes-Manager die Sache zurück geben, d.h. Bedingungen schaffen, die aus seiner Sicht Zusammenarbeit mit dem Roll-out Team dringend erforderlich machen :

  • Rahmenbedingungen definieren (Budget, Beratungshaus, Umfang, prozess-harmonisierte Inhalts-Verpflichtung)
  • Endzeitpunkt für den Produktivstart setzen (Management-Ansage: “Innerhalb der nächsten 6 Monate hast Du freie Terminauswahl, damit die “fachlichen” Bedenken ohne Hektik ausgeräumt werden können”).
  • Konsequenzen erklären (das wären im extremsten Fall Prämie oder Kündigung zum Endzeitpunkt)
  • Viel, viel Verständnis für die “fachlichen” Probleme zeigen, zusammen arbeiten und abwarten.

Ich denke, sowas könnte funktionieren…..