Veränderungen im Projekt und der Erfolg…es sind die kleinen Dinge

Wichtig bei Projekten ist für den Kunden, dass das Projekt erfolgreich ist….weniger, dass der Auftrag erfüllt wurde, oder? Und was macht den Unterschied aus?

Oft sind es nur kleine Dinge, die wieder einmal den Unterschied machen. Ganz besonders ist das der Umgang mit Dingen, die sich ändern. Klar, wir wissen alle, das wir in Projekten, wenn sie ein bisschen länger laufen, mit Änderungen im Projektumfeld, im Projektinhalt und in der Projektbesetzung konfrontiert werden.

Der kleine Unterschied ist dabei, wie man damit umgeht. Oder vielmehr, wie man diese Änderungen bewertet und auf Basis dieser Bewertung mit den Änderungen umgeht.

Was ich damit meine?

Unsere Gefühle sind, so ungern ich das zugebe, meines Erachtens ein wesentlicher Faktor dafür, wie wir uns verhalten. Ist also die Änderung für uns etwas Böses, ein das Projekt gefährdendes Ereignis, werden wir es zu einem gewissen Grad auch so behandeln. Was bedeutet: Wir müssen, wahrscheinlich bis zum Projektende, mit diesem bösen Ereignis umgehen. Und dann kommt die nächste “böse” Veränderung, und noch eine, und noch eine…..das ist wie ein Klotz am Bein, Potential für unruhige Nächte.

Also mir gefällt das nicht…und ich finde es auch nicht Erfolgs-fördernd, in einer vom bösen Änderungen “verseuchten” Umgebung zu arbeiten.

Und außerdem: Veränderungen sind normal…alles ändert sich ständig. Irgend einmal war ich auch eine Veränderung….und ich finde mich nicht so schlecht.

Ich versuche Veränderungen in Projekten neutral oder positiv zu sehen….mache Änderung ist schon beim ersten genauen Hinsehen eigentlich leicht erkennbar eine gute Sache…. Wie ein nicht eingeladener Gast auf einem Fest….nicht eingeplant, aber herzlich willkommen. Wenn dann erstmal etwas zu trinken und ein Plätzchen gefunden wurde, kann so ein Gast eine tolle Bereicherung sein.

So wie viele Veränderungen ein Projekt abrunden, besser oder vollständiger machen können…oder ein neuer Kollege eine neue Perspektive einbringt, die bessere Lösungsansätze eröffnet.

Der erfüllte Auftrag ist dann oft nicht mehr da gleiche wie ein erfolgreiches Projekt. Weil ein erfolgreiches Projekt dann so viel mehr sein kann…oder so ganz anders.

Also herzlich willkommen, Veränderung!

 

Neutrale Analyse einer Situation

Warum ist es so schwierig, Situationen oder Probleme neutral zu analysieren? So schwierig, dass man dazu öfter mal Berater benötigt? Nach einigen Gesprächen heute glaube ich noch mehr als sonst, dass es so schwierig ist, weil man in jede Analyse das eigene Leben mit all seinen guten und schlechten Erfahrungen, Vorlieben und Abneigungen, unbewusst mit einfließen lässt. Ich sehe, was ich zu sehen erwarte….ich verstehe, was ich immer in solchen Situationen verstanden habe. Ich übersehe, was ich schon immer übersehen habe…..weil ich ein Mensch bin.

Man findet die Analyse dann “ziemlich objektiv”….und alle Schlussfolgerungen werden unbeabsichtigt eine mehr oder weniger starke persönliche “Färbung” haben.

Wenn man es nicht bewusst verhindert. Nein….eigentlich glaube ich sogar, dass man auch bewusst nur bis zu einem gewissen Grad verhindern kann, die eigene Historie “mit” zu verarbeiten.

Also ist die Herausforderung in einer Analyse aus meiner Sicht:

  • So wenig wie möglich die eigene Historie als Mess- und Vergleichsmaßstab zu verwenden
  • Sich darüber klar zu sein, dass trotz aller Anstrengung, es nicht zu erlauben, doch ein “individuell gefärbter” Anteil in der Analyse mit drin sein wird
  • Heraus zu bekommen, was dieser Anteil ist, indem man alle Ergebnisse der Analyse durch andere “Quellen” oder durch einen bewussten Blick aus einer anderen Richtung verifiziert.

Und das alles, während man versucht, eine, wahrscheinlich problematische und komplexe, Situation zu durchdringen.

…..für die man dann mit allen eigenen Erfahrungen, selbst erprobten und allgemein bewährten Methoden und weiteren Informationen eine Lösung entwickelt….ha!