Profi Projektleiter oder interne Fachkenntnis?

Mehr oder weniger viele Projekte werden von externen Projektleiter geleitet, die man beauftragt. Dies hilft die knappe eigenen Ressourcen zu überbrücken oder zusätzliche Expertise ins Haus zu holen. Das ist grundsätzlich keine schlechte Idee. Manchmal kostet es weniger als eine solide Projektleiter Ausbildung für die Mitarbeiter, die oft nicht auch so gut anschlägt, wie man das erhofft oder der MitarbeiterIn noch Erfahrung fehlt. Aber eigentlich ist das ja der “nachhaltige” Lösungsansatz.

Warum klappt das also nicht?

Meine Erfahrungen dazu:

Jeder Mensch ist anders…..in Fähigkeiten,  Arbeitsmethoden oder Kommunikationsstil und Dosierung.

Die tollste Projektleiter Ausbildung passt vielleicht zu 60 % auf den Mitarbeiter und die “Launen und Gepflogenheiten” der eigenen Organisation.  Der Rest wird nicht oder in keiner für den Mitarbeiter oftmals zu abstrakten, verarbeitbaren Form vermittelt.

Wobei der externe Profi die internen Spezialitäten und fachlichen Besonderheiten nicht kennt. Aber gerade der Mittelstand braucht meistens einen fachlich unterstützenden Projektleiter.

Ich glaube, dass hier begleitendes Coaching eine Lösung sein kann…..wenn die Qualität passt. Vielleicht etwas wie Projekt Coaching “to Go”……also in kleinen Portiönchen, wenn  gerade mal ein bisschen Hilfe gebraucht wird…..oder es irgendwo klemmt oder etwas spezielles ansteht.

Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten sollte das ein attraktives Kosten- Leistungsverhältnis ergeben.

Coachen oder Berater machen lassen? Oder intern nach ‘ner Schulung?

Will ich neues know how intern aufbauen oder nicht?

Die Frage ist nicht so schwer,  oder? Was ich permanent brauche möchte ich eher im Haus haben, Einmal-Aktionen und fachlich extrem vom Haupt-Unternehmenszweck abweichende Dinge kaufe ich vielleicht lieber fremd.

Aber was genau fällt in welche Kategorie?

Beim Datenschutz fällt die Entscheidung meistens nicht schwer…..aber wie ist es bei Informationssicherheit? Schicke ich den zukünftigen information Security Officer auf Schulung und er macht das dann?

Oder Risiko Management….da auch? Oder den Grossprojektleiter?

Oder lasse ich hier eher einen Coach eine Weile begleiten,  bis das alles sicher läuft?

Das alles sind für mich, neben den genannten Kriterien,  auch Dinge,  die durch die Unternehmenskultur mit bestimmt werden sollten…..und zwar nicht den Teil, der sagt, dass wir “schon immer alles selbst gemacht” haben oder “so neues Zeug ” immer zukaufen.  Nein, ich meine den Teil der internen Kultur,  der einem Kollegen auch ohne Vorgesetzter einer Person zu sein erlaubt,  Anweisungen zu geben, die dann befolgt werden.

Das klingt nach einem billigen Rat.  Aber kennen wir nicht alle den abgehetzten Qualitätsmanager, der nie Rückmeldung von den Kollegen bekommt….weil die ohne Folgen die Zuarbeit verweigern können und immer was anderes vorhaben?

Das, kombiniert mit einem “Old School” Vorgesetzten, ist sicher für viel Frust und Kündigungen verantwortlich.  Und da hilft auch die tollste ISO xxxx Schulung nicht weiter……zumindest keine, die ich kenne