Wie uns das “Gewohnte” ein Bein stellt

Ich habe mal eine Weile in Sao Paulo gelebt. Und irgendwann habe ich dort Wäscheklammern gebraucht. Ich hatte das natürlich in den Reisevorbereitungen nicht vorgesehen und musste also welche kaufen.

Ich bin zum nächsten größeren Supermarkt gefahren und habe angefangen zu suchen…ewig lange und ergebnislos. Ich wusste natürlich auch nicht, wie die Dinger auf Portugiesisch heißen und hatte daher auch mit den Fragen keinen Erfolg.

Resigniert bin ich wieder nach Hause gefahren und habe am nächsten Tag meinem Chef von meinem „Leid“ erzählt. Er hat mit dann ein paar von seiner Frau mitgebracht.

Als ich diese Wäscheklammern sah, kam mir die Erkenntnis: Die gab es auch im Supermarkt! Ich habe sie gesehen…nur leider nicht als Wäscheklammern erkannt, sie sahen so völlig anders aus als die „deutschen“ Wäscheklammer.

Und ich war zu „paradigmatisiert“ um ihre Funktion zu erkennen….

Ich dachte immer, ich sei ein flexibler, kreativer Mensch mit Sinn für Improvisation…aber nicht kreativ genug, um diese, funktional absolut brauchbaren, Wäscheklammern als „funktions-erfüllend“ zu erkennen.

Ich habe mir angewöhnt, nicht mehr nach einem bestimmten Objekt (Form, Farbe, Material) zu suchen sondern nach etwas, das in der benötigten Funktion erfolgreich genutzt werden kann…also mehr nach „nicht-zerstörender Fixier-Funktion auf Schnur“ als „längliche 2-teilige Plastik-Dinger mit Metall-Feder-Verbindung“….

Manchmal schaffe ich das ganz gut…manchmal gar nicht

Das ist immer so!

Mit fester Stimme der Satz: Das ist immer so! Oder: Das wurde so festgelegt…das machen alle so!

Ok, dann tue ich es auch…oder nicht? Warum sollte ich einem wohl meinenden Menschen das nicht glauben? Weil er vielleicht, bei allem guten Willen, seine eigenen Interessen vertritt?

Ich meine: Solange das nicht zumindest halbwegs bewiesen ist, dass es wirklich immer so ist, sollte man es nicht glauben, wenn es nicht den eigenen Interessen, oder denen meines Kunden, entspricht. Besonders bei Preisen finde ich das wirklich “Hinterfragens-wert”. Weil Preise ja eigentlich nur etwas sind, was der Anbieter einer Leistung oder Ware so festgelegt hat.

Grundsätzlich gilt bei Preisen doch: Gültig ist, was ich mit einem Verkäufer so vereinbaren kann und dann in einen Vertrag gieße.

Das ist ggf. völlig unabhängig von dem, was ich kaufe, strukturell zumindest. So in etwa wie auf dem Markt: Eine Feige für ‚nen Euro…oder eine Kiste für 5 Euro…oder vielleicht alle, die am Ende des Markttages noch übrig sind für 10 €.

Also könnte ich auch teure Lizenzen mit dem Listenpreis einer billigeren kaufen…oder 10 gratis dazu bekommen… oder alle nicht mengenabhängigen Preis kaufen. Oder alle, die ich brauche, zu 10 €, weil ich dafür gerade nur so viel ausgeben kann….

Als ich das letzte Mal geguckt habe, ging so etwas noch!

Wie viel Projektinhalt, wie viel Projekt-Management?

Es gibt Projektmanagement-Institute, die hervorragende Ausbildung ermöglichen, Praxis-orientiert sind und auf den jeweiligen Erfahrungen der Teilnehmer aufbauen. Es gibt Tools ….. von intelligenten global nutzbaren Projektmanagement Plattformen zu kleinen, schicken Excel Tools für die Projektleitung.

Aber wie viel davon brauche ich denn?

Als ich noch mehr Projekte verkauft habe, waren es in meinen Schätzungen normalerweise 20 % bei nationalen Projekten und 25 bis 30% bei internationalen Projekten. Ich kam damit eigentlich immer ganz gut zurecht. Letztendlich geht es ja um den Inhalt, nicht um die “Ballett-artige” Performance eines riesigen Projekt Management Teams…..

Hat ein Unternehmen schon Projektplattformen im Einsatz, sollten die auch genutzt werden, falls für den Fall tauglich. Kauft man Software dafür, sollte der Preis dem “Inhalts-Preis” des Projekts angepasst sein, falls die Software sonst nicht mehr viel zum Einsatz kommt.

Ich finde, da sollten sich sowohl die Software-Fans als auch die Organisations-Profils im Zaum halten und sich immer mal wieder den Sinn der Veranstaltung vor Auge halten….falls man dann noch Energie kompensieren muss, kann man ja den Schrank der Ehefrau organisieren oder das Haus automatisieren….das gibt treue Fans und Komfort zu Hause…..

Schnell für die Schnecke oder schnell für die Sternschnuppe? Perspektive!

Wieder einmal wurde ich daran erinnert, dass fast jeder die Welt aus seiner Perspektive sieht…..und nicht aus meiner. Das macht das Leben spannend….und manchmal auch etwas verwirrend.

Für mich bedeutet das, dass auch für mich scheinbar klare, alltägliche, ob private oder berufliche Begriffe, besser nochmals inhaltlich mit meinem Gesprächspartner abgeklärt werden müssen, bevor man ans “Eingemachte” geht. Weil diese Worte für Andere eben auch klar und alltäglich sind, nur eben mit anderem Inhalt.

Also muss ich vorsichtig sein: Interface und Konfiguration, weit und nah, schnell und langsam, immer mal wieder hinterfragen, könnte ja sein, dass das aus der Perspektive eines “anders-fachlichen” Spezialisten anders bewertet wird.

Wie weit meinst Du denn, Sternschnuppe? In Kilometer?

 

Das komplizierte Lizenzgeschäft …….

Lizenzen kosten Geld….einige Preise erscheinen uns gerechtfertigt, andere nicht, aber ändern können wir daran nichts.

Was wir oft ändern können sind die Preise…oder die Preisstrukturen. Viele Lizenzen existieren physikalisch nicht. Damit meine ich, dass technisch in Abhängigkeit der Lizenzart keine Restriktionen bestehen. Ich kann also mit einer billigeren Lizenz-Art ggf. technisch das gleiche bewirken wie mit einer teuren Lizenz-Art. Damit will ich niemand zum Lizenzbetrug motivieren, sorry,  jedem was im zusteht. Es geht mir darum, dass in einem solchen Fall Verhandlungen über Lizenz-Arten und Preise ebenfalls keinen physikalischen Regeln folgen müssen.

Also: völlige Freiheit!

Wir kaufen also nicht mehr zwei Tomaten und einen Apfel, wir kaufen ggf. sowas wie ein “Obst und Gemüse bis ich satt bin” Abo. Oder ein “Superspar-Saisongemüse-Abo” nach Gewicht oder vielleicht ohne Mengenbegrenzung für meinen X-Personenhaushalt. Oder beim Kauf von mindestens 200 g Fleisch ist das Gemüse in “Beilagen-Menge” dazu kostenlos.

Wenn sich beide Parteien darauf einigen können….. was hält Sie davon ab? Mit Kontroll-Mechanismen für den Verkäufer und Preisstaffeln für den Käufer geht hier alles.

 

Großprojekte….ist das denn immer notwendig?

Und schon wird ein neues Großprojekt geplant, die Laufzeit wird aktuell auf mindestens 2-3 Jahre geschätzt. Allen graust es…die zusätzliche Arbeit und Verantwortung, die vielen Besprechungen und die Notwendigkeit einer ständigen Überprüfung der Integration aller Projektbestandteile. Und die vielen vielen Projektberichte und die tausende von Emails…..

Ja sicher, es gibt Großprojekte. Aber es gibt auch Projekte, die gar keine Großprojekte sein müssten sondern auch als eine Gruppe kleiner Projekte unterwegs sein könnten. Warum?

Na weil in diesem “Großprojekt” so viele verschiedene Sachen drin sind, dass man daraus auch 3, 4 oder 5 kleinere Projekte machen könnte.

Der Vorteil liegt für mich klar auf der Hand:

  • weniger Verwaltungsaufwand
  • weniger Komplexität
  • weniger Abstimmungsrunden

und damit weniger Arbeit und Stress für alle Beteiligten. Vielleicht auch weniger externe und interne Kosten für Beratung und andere Ressourcen. Dafür aber mehr Erfolgserlebnisse, mehr Sicherheit und mehr Aufgabenteilung, wenn es denn nötig wäre. Also irgendwie auch mehr Spaß bei der Arbeit!

Also: Machen wir ein Großprojekt oder machen wir statt dessen lieber ein paar kleinere Projekte? Na?

 

Ziel oder Ziele?

 Ich kenne viele „Offene Punkte-Listen“, in denen entweder alles eine hohe oder alles eine niedrige Priorität hat. Ich kann bis heute nicht nachvollziehen, was damit erreicht werden soll….und traue mich ehrlich gesagt auch nicht, danach zu fragen. Für mich ist das ein bisschen so, als versuche man, gleichzeitig zu rennen und zu jonglieren. Es ist einfach nicht besonders Erfolg versprechend.

Ich erinnere mich noch an einen Kurs, den ich vor bestimmt über 20 Jahren mal gemacht habe. Er hieß “Entscheidungstechniken” oder so ähnlich. Wir haben 2 oder 3 Sessions lang alle möglichen Tools zu Erleichterung der Entscheidungsfindung oder Priorisierung ausprobiert. Dort habe ich gelernt, Prioritäten-Reihenfolgen bei langen Listen von Einzelpunkten festzulegen. Das war zwar nicht in 2 Minuten gemacht, aber noch absolut praktikabel. Geht also. Und ich bin auch nicht klüger als andere…..

Ich habe es gegoogelt: Solche Kurse gibt es noch immer!

 

IT Sicherheitsmanagement – selbst einführen oder einführen lassen?

Neue Themen anzufangen ist beliebig schwierig…da erzähle ich sicher nichts Neues. Die Frage dabei ist, wo ich letztendlich hin möchte.

Bei einer IT Sicherheitsmanagement Einführung ist die Frage: will ich es später selbst betreiben oder betreiben lassen? Also eine Abhängigkeit aufbauen oder autark bleiben. Das ist eine Einstellungssache aber auch eine Frage des Erhalts der Investition in das Thema.

Also gibt es folgende grundsätzliche Optionen:

  • Eigene Mitarbeiter schulen und selbst loslegen lassen
  • Fremdressourcen einkaufen und “Komponenten” bei der Umsetzung zuliefern
  • Einen Coach kaufen und selbst lernen und umsetzen

 

 

Irgendwas in diesem Projekt stimmt nicht…..oder bilde ich mir das nur ein?

Ich kenne das intensive Gefühl, dass irgendwas im meinem Projekt nicht stimmt. Ohne benennbaren Anlass….alle Quality Gates übersprungen …aber trotzdem. Früher habe ich, nach Check der Projektstatus-Unterlagen, mein Gefühl ignoriert. Heute tue ich das nicht mehr. Warum nicht?

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass mein Gefühl, das intensive, meistens richtig lag. Vorsehung? Nein – Fakten!

Nachdem ich mittlerweile bei anhaltendem Unruhe-Zustand meinerseits das Projekt an den mir verdächtig erscheinenden Punkten detailliert reviewe und meistens auch etwas konkretes finde, glaube ich an diese Gefühle. Ich halte es für Wahrnehmungen, die wohl unterbewusst gespeichert und verknüpft werden. Und zu diesem “Gefühls-Ergebnis” führen. Da ist mein Unterbewusstsein wohl besser als das Projektmanagement…. Ich lerne daraus für mich, meine PM Tätigkeiten auf die Bereiche der gefunden Probleme zu erweitern, sofern diese eine “Allgemeingültigkeit”  haben und nicht nur Projekt-Besonderheiten sind.

Finde ich es schlimm, dass mein Unterbewusstsein schlauer ist als mein Bewusstsein? Da muss ich noch ‘drüber nachdenken  :-) …….

Elektro-Mobilität……? Ich habe es gewagt!

Kaum zu glauben aber wahr: Seit 3 Wochen besitze ich einen Hybrid-Wagen. Trotz meiner Langstreckenbedürfnisse beruflicher Art glaube ich nun, das geeignete umweltfreundlichere Auto gefunden zu haben: einen Volvo V60 Twin Engine.

Und ich bin begeistert. Mein Dieselverbrauch hat sich um über 2 Liter auf 100 km gesenkt, bei Kurzstrecken fahre ich teilweise ganz elektrisch. Bis jetzt haben wir 37 elektrische km mit einer Ladung geschafft. Da ich, zumindest zu Hause, meinen Strom teilweise selbst produziere, ist das besonders günstig. Als altgedienter Berater werde ich mal den ROI ausrechen, wenn ich mehr Fahrleistung habe.

Und trotz Umweltfreundlichkeit ist es ein schnelles Auto…ich möchte ja nicht länger brauchen als bisher. Perfekt!